Discussion:
Meine Geschichte, die Zukunft und Bitte um "Aufnahme"
(zu alt für eine Antwort)
Martin Berthot
2007-04-07 08:08:23 UTC
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Schönen guten Tag und einen Gruß an die Group,

ich bin erst seit zwei Tagen angeschlossen und dies ist meine erste
Nachricht. Ich bitte also, auftretende Formfehler zu entschuldigen.

Also, kurz zur Person: Mein Name ist Martin, ich bin 27 Jahre alt, und
versuche, die Zeit an der Universität Jena möglichst erfolgreich zu
gestalten.

Seit dem Februar 2006 plagt mich ein dekompensativer, beidseitiger
Tinnitus mit ca. 6000 Hz und 55 dB. Nach dem im Endeffekt frustrierenden
Marathon durch die Wartezimmer bei HNO, Neurologen, Psychiatern, MRT
etc... habe ich mich irgendwann damit abgefunden, dass mich dieses
Geräusch wohl nie mehr los lässt.
Seit dem Oktober 2006 trage ich auch diese wunderbaren Rauscher, auch
wenn sich allmählich immer mehr Skepsis hinsichtlich deren Wirksamkeit
aufbaut.

Ich denke, ich habe dann auch durchaus übliche Folgeerscheinungen
erlebt. Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit... daraufhin depressive
Episoden, psycho-emotinale Reflexionsunfähigkeit, Soziophobie. Im Moment
bin ich ein wandelndes pharmazeutisches Labor. Esse kaum noch was, weil
ich allein durch die Tabletten schon satt bin ;-)

Was mir am meisten dabei zu schaffen machte, ist quasi mein Umfeld. Am
Anfang waren alle noch ganz mitfühlend, irgendwie jedenfalls, aber alle
haben sich besser daran gewöhnt als ich. Wenn ich nun darauf verweise,
und deshalb Kino, Parties etc. absage, stoße ich zunehmend auf
Unverständnis.

Der Gedanke, in eine Therapiegruppe zu gehen, istfür mich wenig
praktikabel. Deshalb fand ich es ganz wunderbar, als ich durch Zufall
meinen Client am Usenet anmeldete und diese Gruppe fand. Ich bin mir
sicher, dass die obigen Zeilen bei Ihnen wenig mehr als Langeweile
erzeugen, aber ich weiß, dass alles es nachempfinden können.


Nach etlichen Grabenkämpfen am Telefon und Schreibtisch habe ich auch
endlich eine stationäre Therapie genehmigt bekommen. Mein ambulanter
Psychologe ist zwar ein ganz wunderbarer Mensch, aber er meint selber,
dass er mir nur wenig konkret helfen kann.
Im Mai werde ich also in den Odenwald fahren und mich in der Klinik
Schloß Weidlingen behandeln lassen. Dies war also auch nur die
Herleitung zu meiner Frage. Hat jemand von Ihnen schon einmal einen
längeren Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik gehabt?
Ich würde die verbleibende Zeit gerne nutzen, um mich seelisch und
moralisch auf diese Situation einzustellen. Ich reagiere im allgemeinen
etwas unsicher und komisch auf neue Umfelder.
Wie kann ich also das bestmögliche Ergebnis aus dieser Chance ziehen?
Bringt sowas nach Ihrer Erfahrung überhaupt etwas?


Ich freue mich auf Ihre Reaktionen, bin froh, diese Plattform gefunden
zu haben und würde gerne auch in Zukunft mit Lesezeit und Austausch in
Kontakt bleiben. Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit, jemanden
anderen aufzubauen.

Mit den besten Wünschen,

Martin
Helmut Hullen
2007-04-07 09:17:00 UTC
Permalink
Hallo, Martin,
Post by Martin Berthot
Seit dem Februar 2006 plagt mich ein dekompensativer, beidseitiger
Tinnitus mit ca. 6000 Hz und 55 dB. Nach dem im Endeffekt
frustrierenden Marathon durch die Wartezimmer bei HNO, Neurologen,
Psychiatern, MRT etc... habe ich mich irgendwann damit abgefunden,
dass mich dieses Geräusch wohl nie mehr los lässt.
So isses, leider.
Also: ignoriere den Tinnitus. Pflege ihn nicht in Kuren usw. - dabei
fühlt er sich wichtig.

Schliesslich erwartest Du ja von Kuren usw., dass der Tinnitus hinterher
weniger lästig ist als vorher - also musst Du ihn beobachten. Dann blüht
er auf.

Viele Gruesse!
Helmut
Henrik Baartz
2007-04-13 08:48:02 UTC
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Hallo Helmut,
Post by Helmut Hullen
Also: ignoriere den Tinnitus. Pflege ihn nicht in Kuren usw. - dabei
fühlt er sich wichtig.
Schliesslich erwartest Du ja von Kuren usw., dass der Tinnitus
hinterher weniger lästig ist als vorher - also musst Du ihn
beobachten. Dann blüht er auf.
Woher weißt Du das? Sprichst Du aus eigener Erfahrung?


Gruß,
Henrik
Helmut Hullen
2007-04-13 10:18:00 UTC
Permalink
Hallo, Henrik,
Post by Henrik Baartz
Post by Helmut Hullen
Also: ignoriere den Tinnitus. Pflege ihn nicht in Kuren usw. - dabei
fühlt er sich wichtig.
Schliesslich erwartest Du ja von Kuren usw., dass der Tinnitus
hinterher weniger lästig ist als vorher - also musst Du ihn
beobachten. Dann blüht er auf.
Woher weißt Du das? Sprichst Du aus eigener Erfahrung?
Ja, natürlich. Inzwischen mindestens 15 Jahre Erfahrung.

Viele Gruesse!
Helmut
Henrik Baartz
2007-04-15 19:04:01 UTC
Permalink
N'ahmnd Helmut,
Post by Helmut Hullen
Post by Henrik Baartz
Post by Helmut Hullen
Schliesslich erwartest Du ja von Kuren usw., dass der
Tinnitus hinterher weniger lästig ist als vorher - also
musst Du ihn beobachten. Dann blüht er auf.
Woher weißt Du das? Sprichst Du aus eigener Erfahrung?
Ja, natürlich. Inzwischen mindestens 15 Jahre Erfahrung.
Auch mit Kliniken und/oder Bewältigungstherapien?


Gruß,
Henrik
Helmut Hullen
2007-04-15 20:08:00 UTC
Permalink
Hallo, Henrik,
Post by Henrik Baartz
Post by Helmut Hullen
Post by Henrik Baartz
Post by Helmut Hullen
Schliesslich erwartest Du ja von Kuren usw., dass der
Tinnitus hinterher weniger lästig ist als vorher - also
musst Du ihn beobachten. Dann blüht er auf.
Woher weißt Du das? Sprichst Du aus eigener Erfahrung?
Ja, natürlich. Inzwischen mindestens 15 Jahre Erfahrung.
Auch mit Kliniken und/oder Bewältigungstherapien?
Nein - mir reichen die gelegentlichen 10 Minuten schon aus, wenn sich
jemand mitfühlend nach meinem Tinnitus fragt.

Und wozu soll ich eine Bewältigungstherapie in einer Klinik lernen, wenn
ich den Tinnitus auch so ignorieren kann?

An Haar- und Zahnausfall kann ich mich schliesslich auch ohne gesonderte
Therapie gewöhnen.

Viele Gruesse!
Helmut
Juergen Kuehne
2007-04-15 21:05:31 UTC
Permalink
Post by Helmut Hullen
Post by Helmut Hullen
Ja, natürlich. Inzwischen mindestens 15 Jahre Erfahrung.
[...]
Post by Helmut Hullen
Nein - mir reichen die gelegentlichen 10 Minuten schon aus, wenn sich
jemand mitfühlend nach meinem Tinnitus fragt.
he he, Henriks Posting hätte _ich_ nicht als "mitfühlende" Frage
verstanden ;-)
Post by Helmut Hullen
Und wozu soll ich eine Bewältigungstherapie in einer Klinik lernen, wenn
ich den Tinnitus auch so ignorieren kann?
Du brauchst doch (jetzt) keine TRT mehr ;-)
Post by Helmut Hullen
An Haar- und Zahnausfall kann ich mich schliesslich auch ohne gesonderte
Therapie gewöhnen.
Du _musst_ es aber nicht <duck> ;-)

Na ja, bei beiden gibts eigentlich nur je 1 Sorte von Ärzten, die
weiterhelfen. Beim Tinnitus gibts deren ganze Menge viele und leider
sitzen die fast nie beieinander, ausser... einige davon in einer
Tinnitus-Klinik.

Auf der anderen Seite: wenn du Zahnausfall durch Unfall hast, wärest du
vermutlich "froh" sein, wenn das in einer "Klinik" behoben wird.

Jürgen
Helmut Hullen
2007-04-15 22:00:00 UTC
Permalink
Hallo, Juergen,
Post by Juergen Kuehne
Post by Helmut Hullen
Und wozu soll ich eine Bewältigungstherapie in einer Klinik lernen,
wenn ich den Tinnitus auch so ignorieren kann?
Du brauchst doch (jetzt) keine TRT mehr ;-)
Eben - das Ergebnis kann ich mit geringem Aufwand erreichen.
Post by Juergen Kuehne
Post by Helmut Hullen
An Haar- und Zahnausfall kann ich mich schliesslich auch ohne
gesonderte Therapie gewöhnen.
Du _musst_ es aber nicht <duck> ;-)
Na ja, bei beiden gibts eigentlich nur je 1 Sorte von Ärzten, die
weiterhelfen. Beim Tinnitus gibts deren ganze Menge viele und leider
sitzen die fast nie beieinander, ausser... einige davon in einer
Tinnitus-Klinik.
Auf der anderen Seite: wenn du Zahnausfall durch Unfall hast, wärest
du vermutlich "froh" sein, wenn das in einer "Klinik" behoben wird.
Aber auch dann wüsste ich: den alten Zustand kann ich nicht wieder
haben. Ich muss mich mit den neuen (künstlichen) Zähnen (oder Haaren)
abfinden.

Viele Gruesse!
Helmut
F.Oertel
2007-04-16 21:42:01 UTC
Permalink
N'ahmnd :-)
Post by Helmut Hullen
Post by Juergen Kuehne
Auf der anderen Seite: wenn du Zahnausfall durch Unfall hast, wärest
du vermutlich "froh" sein, wenn das in einer "Klinik" behoben wird.
Aber auch dann wüsste ich: den alten Zustand kann ich nicht wieder
haben. Ich muss mich mit den neuen (künstlichen) Zähnen (oder Haaren)
abfinden.
Tja, schon, aber die 3. Zähne Piepen nicht - oder?
Evtl. sind die etwas weniger bissig ;-)

Viele Gruesse
F.O.

Juergen Kuehne
2007-04-12 13:19:32 UTC
Permalink
Post by Martin Berthot
Seit dem Februar 2006 plagt mich ein dekompensativer, beidseitiger
Tinnitus mit ca. 6000 Hz und 55 dB.
Ziemlich "fies", meiner soll bei ca. 14 kHz liegen :-(
Post by Martin Berthot
habe ich mich irgendwann damit abgefunden, dass mich dieses
Geräusch wohl nie mehr los lässt.
das ist eigentlich das beste, so wie Helmut auch schrieb. Obwohl... ich
war anfangs genauso frustriert. Mittlerweile wieder, dazu mehr
(voraussichtlich) am Wochenende.
Post by Martin Berthot
Seit dem Oktober 2006 trage ich auch diese wunderbaren Rauscher, auch
wenn sich allmählich immer mehr Skepsis hinsichtlich deren Wirksamkeit
aufbaut.
Hast du "reine" Rauscher oder Hörgeräte mit eingebautem Rauschgenerator
(sog. Tinnitus-Geräte)?

Ich frage deshalb, weil wohl häufig mit dem Tinnitus auch eine gewissen
Hochtonschwerhörigkeit einhergeht. Bei mir ist das auch so
(Tinnitus-Start in 1995).

Das Rauschen morgens (oder beim Start des Tragens) bitte IMMER so leise
wie möglich einstellen, dass du das Rauschen gerade so eben noch hörst.
Bei mir ist das Rauschen dann nach ca. 1 - 2 Stunden nicht mehr
wahrnehmbar. Wenn ich dann nach meinem Tinnitus "lausche", ist natürlich
da. Wenn ich nicht drauf achte, ist er mal nicht störend, mal aber auch
"störend".
Post by Martin Berthot
Im Moment
bin ich ein wandelndes pharmazeutisches Labor. Esse kaum noch was, weil
ich allein durch die Tabletten schon satt bin ;-)
Das solltest du ändern... nimm so wenig wie möglich Pillekes. Ich z.B.
brauch nur noch welche zum "etwas ruhiger werden" und was zum
Einschlafen, manchmal was gegen Kopfschmerzen.

Bei zu viel "Stress" bzw. zu starker Konzentration macht sich mein
Tinnitus durchaus bemerkbar, ist also wie ne gelb-rote Karte zu sehen.
Post by Martin Berthot
Wenn ich nun darauf verweise,
und deshalb Kino, Parties etc. absage, stoße ich zunehmend auf
Unverständnis.
verständlich. Schwiegertochter hat auch Tinnitus, sie geht aber auch mal
mit meinem Sohn in Konzerte oder auf Parties (aber nicht "extreme"),
obwohl sie weiss, dass sie den Folgetag mehr vom Tinnitus merkt. Gibt
sich dann wieder.

Ins Kino gehe ich nicht mehr ohne Ohrstöpsel, es gibt gute und weniger
gute (siehe auch Link in der FAQ).
Post by Martin Berthot
Der Gedanke, in eine Therapiegruppe zu gehen, istfür mich wenig
praktikabel.
Vermutlich wegen Versäumnisse bei der Uni? Verständlich, aber schlehct
ist so'ne Therapie nicht (auch wenn Helmut das anders sieht...).
Post by Martin Berthot
Nach etlichen Grabenkämpfen am Telefon und Schreibtisch habe ich auch
endlich eine stationäre Therapie genehmigt bekommen. Mein ambulanter
Psychologe ist zwar ein ganz wunderbarer Mensch, aber er meint selber,
dass er mir nur wenig konkret helfen kann.
Dann hat er einen Fehler gemacht, den die Ärzte bislang häufig machen
(aus meiner Sicht): die Ärzte sagen zwar, dass Tinnitus meist "nicht
wechmachbar" ist, aber sie sagen kaum, wie man es schaffen kann, damit
zu leben. Siehe auch andere Beiträge hier in der Newsgruppe (versuche
mal die alten von 2001 / 2002 zu lesen, z.B. mit Google).
Post by Martin Berthot
Im Mai werde ich also in den Odenwald fahren und mich in der Klinik
Schloß Weidlingen behandeln lassen. Dies war also auch nur die
Herleitung zu meiner Frage. Hat jemand von Ihnen schon einmal einen
längeren Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik gehabt?
Ja, ich war in Bad Arolsen.

Bei der Begrüssung hatten die meisten mächtig zu "schlucken": es wurde
uns reiner Wein eingeschenkt.

Die meisten sind gekommen in der Annahme, dass der Tinnitus nach der
Therapie "weg" ist. Aber bei der Begrüssung wurde uns unverblümt gesagt,
dass das nicht möglich sei. Man würde uns beim Erlernen einiger
Thechniken helfen, um dadurch unsere Aufmerksamkeit auf den Tinnitus auf
andere Dinge zu lenken.
Post by Martin Berthot
Wie kann ich also das bestmögliche Ergebnis aus dieser Chance ziehen?
Bringt sowas nach Ihrer Erfahrung überhaupt etwas?
Ich meine ja. Suche dir von den während der Therapie angebotenen
Techniken die aus, die SPASS machen. Die solltest du dir einprägen und
zu Hause weitermachen... ja weitermachen.

Lass Dinge weg, die dich (insgeheim) evtl. ein ganz klein wenig "ärgern"
oder dich aufregen bzw. an guten Gedanken hindern. Mir hat z.B.
Muskelralaxation nach Jacobsen immer Kopfschmerzen beschert (wegen
Konzentration auf Arme / Beine usw), also hab ich das der Therapeutin
gesagt und nicht mehr gemacht. Einem anderen (Musiker / Dirigent) ist
dabei immer schlecht geworden. Immerhin konnte er gegen Ende der
Therapie wieder in die Kirche zu einem Orgelkonzert gehen, was er vorher
nicht mehr schaffte.

Such mal bei Google-Groups in dieser Gruppe z.B. nach "klinik" oder
"retraining", dann wirst du mehrere Aussagen zu diesen Therapien finden.
Retraining meint hier, wieder zu lernen (trainieren), welche Geräusche
wichtig und welche "unwichtig" sind.

Viel Spass und Erfolg bei der Therapie

Jürgen
Martin Berthot
2007-04-13 05:53:45 UTC
Permalink
Guten Morgen in die Runde,

Jürgen, Dankeschön, für Dein offensichtlich ausführliches Lesen und
entsprechende Antworten. Ich reagiere mal im einzelnen darauf.
Post by Juergen Kuehne
Hast du "reine" Rauscher oder Hörgeräte mit eingebautem Rauschgenerator
(sog. Tinnitus-Geräte)?
Ich frage deshalb, weil wohl häufig mit dem Tinnitus auch eine gewissen
Hochtonschwerhörigkeit einhergeht. Bei mir ist das auch so
(Tinnitus-Start in 1995).
Ich trage reine Rauscher. Von einem KIND-Akustiker. Die Schwerhörigkeit
bei bestimmten Frequenzen habe ich auch schon bemerkt. Im Allgemeinen
habe ich kaum Schwierigkeiten damit. Allerdings muss ich die Geräte
abschalten, wenn ich mit zwei engen Freundinnen unterhalte, weil ich
deren Stimmlage kaum differenzieren kann. Wenn die Logik der Rauscher
funktioniert, und ich diese Frequenz irgendwann nicht mehr wahrnehme,
muss ich mir dahingehend was einfallen lassen.
Post by Juergen Kuehne
Das solltest du ändern... nimm so wenig wie möglich Pillekes. Ich z.B.
brauch nur noch welche zum "etwas ruhiger werden" und was zum
Einschlafen, manchmal was gegen Kopfschmerzen.
Im Moment werde ich ja hauptsächlich gegen die Depressionen medikamentös
behandelt. 12 mg Solvex und 100 mg Sertralin. Und eine Zopiclon zum
Einschlafen. Teste auch regelmäßig, ob es ohne funktioniert, ist aber
kaum möglich.

Eine medikamentöse Behandlung des Tinnitus direkt hatte ich im Sommer
mit verschiedenen Präparaten getestet, aber nach wenigen erfolglosen
Wochen abgesetzt.
Post by Juergen Kuehne
Post by Martin Berthot
Im Mai werde ich also in den Odenwald fahren und mich in der Klinik
Schloß Weidlingen behandeln lassen. Dies war also auch nur die
Herleitung zu meiner Frage. Hat jemand von Ihnen schon einmal einen
längeren Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik gehabt?
Ja, ich war in Bad Arolsen.
Neuester Stand: Weidlingen hat es abgelehnt, mich aufzunehmen. Also hat
meine gute Fee von der Krankenkasse einen Deal mit Bad Arolsen gemacht,
obwohl kein allgemeiner Leistungsvertrag besteht. Mitte Mai soll es
losgehen. Das ist insofern gut, weil ich den Plan, dorthin zu gehen,
bestimmt schon seit dem letzten Dezember hatte.
Post by Juergen Kuehne
Bei der Begrüssung hatten die meisten mächtig zu "schlucken": es wurde
uns reiner Wein eingeschenkt.
Die meisten sind gekommen in der Annahme, dass der Tinnitus nach der
Therapie "weg" ist. Aber bei der Begrüssung wurde uns unverblümt gesagt,
dass das nicht möglich sei. Man würde uns beim Erlernen einiger
Thechniken helfen, um dadurch unsere Aufmerksamkeit auf den Tinnitus auf
andere Dinge zu lenken.
Von dieser Vorstellung habe ich mich echt verabschiedet. Diese Erwartung
habe ich bewusst heruntergeschraubt, und will einfach nur noch einen Weg
finden, damit klar zu kommen. Alleine habe ich das bisher nicht geschafft.
Post by Juergen Kuehne
Post by Martin Berthot
Wie kann ich also das bestmögliche Ergebnis aus dieser Chance ziehen?
Bringt sowas nach Ihrer Erfahrung überhaupt etwas?
Ich meine ja. Suche dir von den während der Therapie angebotenen
Techniken die aus, die SPASS machen. Die solltest du dir einprägen und
zu Hause weitermachen... ja weitermachen.
Ich habe halt überhaupt keine Erfahrung in solchen Dingen. War auch noch
nie im Krankenhaus (...klopf auf Holz..). Wenn man das aber wirklich
individuell regeln kann, ausprobieren und verschieben, dann macht mich
das schon ein wenig optimistischer.
Jacobsson habe ich schon einmal ambulant in einer Physiotherapie über
mehrere Wochen gemacht. Während dessen war es auch ganz wunderbar, nur
zuhause hat es nie so ganz geklappt. Einzelne Elemente (Schulter..)
mache ich heute noch.

Was mir ganz wichtig ist, ist eine fundierte Diagnostik aus einer Hand
und unter speziellen Parametern. Bisher habe ich ja fünf verschiedene
Anlaufpunkte (HNO, Psychiater, Psychologe, Internistin), die aber alle
noch nie miteinander kommuniziert haben. In Bad Arolsen hoffe ich mal
auf eine interdisziplinäre Untersuchung.
Post by Juergen Kuehne
Viel Spass und Erfolg bei der Therapie
Jürgen
Danke bis hierhin und bis zum Wochenende.


Martin
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